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Autor Thema: Zu einem anderen Programm wechseln?  (Gelesen 1753 mal)
sopran55
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« am: 29. August 2016, 10:53:57 »

Bin ein Anhänger von capella, doch wenn ich so sehe was die anderen Software Anbieter für Notensatz-Programme alles drin haben kommt schon langsam die Frage soll man nicht wechseln.
Frage ist auch ob die Entwickler von capella das nicht wollen oder nicht dürfen.
Nur ein Beispiel was ich gut Finde bei Forte (um die 80.- sfr.)direktes Abspeichern in mp3, kann ich zum Anhören und Üben in einem Ensemble per WhatsApp verschicken, es würde noch viele Beispiele geben.
Frage: wieso?????????
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Klaus
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« Antworten #1 am: 29. August 2016, 11:30:09 »

Die Frage ist sehr interessant.  Dankeschön
In den letzten Wochen war ich in Kontakt mit (semi)professionellen Notensetzern, die Finale bzw. Sibelius nutzen. Ich war erschüttert, welche für mich grundlegenden Funktionen selbst diese Flaggschiffe unter den Notationsprogrammen vermissen lassen. Eifrige Mitleser in unserem Forum haben meine diesbezüglichen Fragen gewiss in den betreffenden Unterforen verfolgt.
Jedoch fehlt bei jedem Programm etwas anderes, sodass zwangsläufig die Frage aufkommt, welche Features der konkrete User benötigt; es mag da durchaus breit gefächerte und unterschiedliche Bedürfnisse geben.
Vor vielen Jahren verabschiedete ich mich schweren Herzens von capella, weil ich mit dem Druckbild im Ganzen nicht recht zufrieden war. Einzelne Funktionen fand ich auch viel zu kompliziert in ihrer Anwendung. Mustergültig und genial finde ich an capella nach wie vor die Möglichkeit, die Noten ganz unkompliziert mit der Computertastatur einzugeben. Ebenso großartig, dass diverse Abstände per Menü in Zahlenwerten eingegeben werden können. Derzeit verwende ich PriMus und bin damit sehr zufrieden; die genannten Funktionalitäten fehlen in diesem ansonsten (für mich) herausragenden Programm leider immer noch; die Bedienung erfolgt mit der Maus ("Treffe ich beim Eingeben die Notenzeile oder nicht?") und manche Abstände muss ich mit vor Anspannung zitternder Hand durch Ziehen mit der Maus festlegen. Das ist mühsam und ich hoffe inständig, dass Version 2.0 bald erscheint und diese Desiderate erfüllt wurden.
MuseScore scheint mir zukunftsträchtig und funktionsreich wie die zu Beginn genannten Giganten Finale und Sibelius - aber ich habe derzeit nicht die Zeit und den Willen, mich umfassend einzuarbeiten.
Vielleicht haben andere in unserer Community ähnliche oder auch ganz konträre Erfahrungen gemacht. Auf weitere Beiträge zu diesem recht grundsätzlichen Thema bin ich jedenfalls sehr neugierig.
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BurkhardS
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« Antworten #2 am: 29. August 2016, 12:12:35 »

Die Frage, warum bei Capella momentan scheinbar nichts weitergeht habe ich hier ja auch schon mal gestellt. Es sickert in diversen Beiträgen hier so durch, dass da anscheinend eine grundlegend neue Version in Arbeit ist, aber wann die kommt, weiß man nicht. Ein Vorgeschmack darauf ist der neue Capella-Reader.

Ob man allerdings darauf warten will oder kann, muss jeder selbst entscheiden. Ich bin jedenfalls auf MuseScore umgestiegen. Das ist kostenlos, kann auch den von dir gewünschten direkten mp3-Export und hat einige weitere Möglichkeiten, die ich be Capella schon lange vermisst habe.
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sopran55
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« Antworten #3 am: 29. August 2016, 13:25:40 »

Habe auch MuseScore, Forte, Primus Free, Finale NotPad, Octava und noch ander das ganze Wochenende durchgeschaut und ausprobiert soweit wie es ginge, werde auch alles was ich brauchen kann behalten und verwenden.
Scannen mit capella finde ich sehr gut, habe aber von beginn weg mit dem Programm gearbeitet und weit über tausend Seiten gescannt.
Das Druckbild stört mich nicht gross, auch wen es mit viel Nachbearbeitung verbunden ist und ansonsten drucke ich mit einem anderen Programm.
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Klaus
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« Antworten #4 am: 29. August 2016, 18:35:22 »

Ich wage einmal die Hypothese, dass das Nachrüsten exotischer Funktionen - dazu zähle ich durchaus auch den mp3-Export - Nachrang gegenüber der Perfektionierung des schönen Layouts haben sollte. Solange Sibelius nicht einmal in der Lage ist, ohne Trickserei den Notenschlüssel in den Zeilen 2 bis x verschwinden zu lassen, ist das Limit des Möglichen noch lange nicht erreicht. Dies sei nur eines von vielen Beispielen.
Was nützt es, wenn die Notensatz(!)-Programme inzwischen fast allesamt eine Sample-Bibliothek zur perfekten orchestralen Wiedergabe des Notentextes mitbringen, aber in ihren Grundfunktionen nach wie vor Verbesserungsbedarf besteht.
Manchmal kommt es mir so vor, als wollte man mit der Zugabe toller nicht-notensetzerischer Gimmicks den Kunden über bestehende Defizite in der Primäraufgabe - dem Notensetzen! - hinwegtäuschen.
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brunsbox
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« Antworten #5 am: 29. August 2016, 18:36:14 »

Hallo,
die Entwicklung von Caspella 8 ist meines Wissens im vollen Gang. Man kann ja seit kürzerem alle Capellaprogramme 14 Tage lang in vollem Umfang testen. Wenn es nicht pressiert, also auf die neue Version warten und ausprobieren.
Mich überzeugt auch immer wieder, wie auch Klaus schon schreibt, die einfache Noteneingabe über die Tastatur.
Ich habe mich länger mit musescore beschäftigt, habe aber meine Probleme damit.
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« Antworten #6 am: 29. August 2016, 20:10:36 »

Hallo,

über mein Facebook habe ich mir heute Forte Basic schenken lassen (bis 4.9.16 kostenlos) und mal problemlos auf PC und den Reader auf dem Tablet installiert. Die Verbindung läuft über dropbox. Mal schauen, ob das sogar für Orgelnoten mit drei Systemen ausreicht. Wenn ich es recht sehe, kann ich musescore nicht per midi einspielen (noch nicht versucht). Score perfect oder capella kenne ich aus meinen Atarizeiten. Mit dem finale printmusic bin ich nie richtig glücklich geworden. Also dann mal ein Neustart.

Michael
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sopran55
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« Antworten #7 am: 29. August 2016, 20:43:42 »

Ist ja schön und gut die einfache Eingabe der Noten und dan?
Da sollte eben auch der Rest einfach und zweckmässig sein.
Werde sicher im Moment noch bei capella bleiben, aber daneben andere Programme die die Arbeit vereinfachen.
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Henning
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« Antworten #8 am: 29. August 2016, 22:25:13 »

Man merkt bei vielen Programmen halt, wo sie herkommen.

Capella habe ich immer als Programm für Chorleiter und Kirchenmusiker empfunden.

Sibelius war schnell beliebt bei Filmkomponisten. Und da geht es eben nicht um platzsparende Notation ohne Notenschlüssel (Klaus, hast Du wirklich so wenig Raum zur Verfügung?) und auch nicht um historische Triolennotation mit Bögen statt Klammern; Bögen sind halt Artikulationszeichen.

Ich wundere mich auch immer über die Lilypond-Anhänger, die das tolle Notenbild loben, aber dann nur einstimmige frühklassische Solostimmen setzen.

Von Forte habe ich auch die kostenlose Version installiert und gerade mal die Vorlage „Bläser Trio“ (sic!) geöffnet. Eine kursive (warum?) Metronomangabe, die so winzig ist, dass man sie kaum erkennen kann. Eine Maus-Eingabe, die vielleicht gut gedacht ist (man kann jede Note irgendwo auf eine Sechzehntel-Position setzen), aber sehr diszipliniertes Arbeiten erfordert (was Zeit kostet). Die Clementi-Sonate der Beispieldateien ist so schlecht gesetzt, dass das keine Werbung für das Programm ist (Seitenzahlen, die Taktzahlen berühren, Bindebögen, die alles durchkreuzen, ...). Dazu kommt, dass diese Beispiele von jemandem „gesetzt“ wurden, der in vielen Dingen keine Ahnung hatte. Bei „All mein Gedanken“ sind die Halsrichtungen völlig wirr, so dass sie in den Liedtext hineinragen. Es scheint ein Grundprinzip zu sein, dass alle Zeilen die gleiche Anzahl an Takten haben (ok, das scheint ein Problem der Free-Version zu sein). Meiner Meinung nach, dürfte sich dieses Programm nicht Notensatzprogramm nennen. Da nützt auch ein direkter Export als Wave nichts.
Das Programm scheint ja aus dem Schulmusik-Kontext zu stammen. Dürfen Lehrer und Schüler kein ordentliches Notenbild setzen?

Wenn jemand mit den Leistungen eines Programms zufrieden ist, kann er ja gerne damit arbeiten. Aber die Hersteller sollten schon gewisse Standards einhalten und das ist doch bei vielen Programmen einfach nicht der Fall. Und so meinen viele Schreiber, dass sie druckreife Vorlagen liefern würden, obwohl sie weit davon entfernt sind.
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« Antworten #9 am: 30. August 2016, 06:47:48 »

Zitat von: "Henning"
Und so meinen viele Schreiber, dass sie druckreife Vorlagen liefern würden, obwohl sie weit davon entfernt sind.
Wenn es mit den Musik-Rechten nicht so schwierig wäre, würde ich vorschlagen, dass man hier im Forum seine Noten posten könnte, damit andere daran konstruktive Kritik üben. Ich glaube, dabei würden viele vieles lernen - da will ich mich nicht ausschließen.

Leider wird das dank der Rechtslage nicht gehen...
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sopran55
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« Antworten #10 am: 30. August 2016, 07:06:21 »

Da gehst Du aber recht in die Details, es nützt nichts sich wegen den Kleinigkeiten aufzuregen dafür gibt es ja mehrere Notensatzprogramme.
Wie du erwähnt hast, Forte brauche ich nur wen ich für ein Schüler eine Vertonung brauche auf mp3, weil Noteneingabe ist sehr Nervig.
Wegen dem Notenbild war ja in diesem Forum schon eine grosse Diskussion, da gehen die Meinungen weit auseinander, mir geht es um die Zweckmässigkeit des Programmes wie oben erwähnt Vertonung einer Stimme, kann ich auch bei capella nur führt der Weg über ein anderes Programm, das braucht Zeit.
Wen ein Schüler im Unterricht ist und ich merke er hat z.B.Rhythmus Probleme mit der Aufgabe die ich meistens selber geschrieben habe kann ich mit einem Knopftruck Vertonen und der Schüler kann die Übung zu Hause immer wieder anhören.
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« Antworten #11 am: 30. August 2016, 07:14:55 »

Es geht nicht um fertige Vorlage sondern wie ich die Vorlage Erstelle, und für was ich die Vorlage brauche.
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« Antworten #12 am: 30. August 2016, 07:58:46 »

@Henning: Ob ich wenig Platz zur Verfügung habe oder den Layoutvorgaben eines Auftragsgebers folge, der sich aus sehr bestimmten Gründen für die Variante der schlüssellosen Folgezeilen entschieden hat - das ist vollkommen bedeutungslos. Es gibt diese Vorgabe und sie ist zu erfüllen. Sibelius ist dazu nur mit viel Trickserei und auf mühsamen Umwegen im Stande. Capella und PriMus (und ich glaube: auch Finale) liefern das verlangte Ergebnis in Sekundenschnelle.
So what?

Das Kirchengesangbuch "Gotteslob" (2013) wurde mit Finale gelayoutet; ich muss leider sagen, dass ich noch nie ein Liederbuch mit derart vielen setzerischen Unvollkommenheiten und Fehlern gesehen habe. Natürlich ist nicht immer das verwendete Programm schuld, sondern auch der Benutzer. So muss hier die Frage offenbleiben, wessen Schuld die größeren und kleineren Schnitzer sind.
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« Antworten #13 am: 30. August 2016, 09:04:38 »

Das der Anwender auch Fehler macht ist klar, es ist auch eine Ansichtssache welches Layout gefällt mir und welches gefällt dir und welches ist richtig und welches ist falsch.
Als das Thema in diesem Forum welcher Notensatz ist richtig hab ich im Internet gesucht und schau da, auch da gehen die Meinungen auseinander.
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« Antworten #14 am: 30. August 2016, 18:46:55 »

@Klaus: Du hast natürlich recht, dass es einem Programm (und dem Hersteller) egal sein sollte, warum eine Funktion vorhanden sein sollte. Ich fragte nur, weil ich schon die absurdesten Vorgaben von Herausgebern bekommen habe und mich dann geweigert habe, es so zu setzen, weil es einfach der heutigen Norm nicht entspricht (keine Vorzeichen auf den Folgezeilen, französische Balken), dem Spieler Probleme bereitet (immer die gleiche Anzahl an Notenzeilen auf jeder Seite, keine Erinnerungsvorzeichen) oder einfach falsch ist.

Ein (Noten-)Text soll den Inhalt zum Leser transportieren und das, indem er gewissen Konventionen folgt und dem Leser keine zusätzlichen Probleme bereitet. Von einem Notensatzprogramm erwarte ich, dass es diese Konventionen erfüllen kann, mir so viel Arbeit wie möglich abnimmt, aber die Möglichkeit zur manuellen Korrektur bietet.

So wie ein Buch andere typografische Anforderungen stellt als eine Urkunde, gibt es natürlich auch Werke, die Notensatzkonventionen bewusst brechen (da gibt es spätestens seit dem 20. Jahrhundert ja etliche Beispiele) und so völlig andere Anforderungen an das Satzprogramm stellen.
Vielleicht baut Sibelius die Schlüssellose Vorzeichnung ja gelegentlich ein. Momentan kommen die Updates ja im Monatsabstand...
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