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Autor Thema: Das optimale Notensatzprogramm  (Gelesen 327 mal)
Klaus
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« Antworten #15 am: 26. Januar 2018, 19:51:33 »

Ich würde auch die Frage des budgetären Rahmens nicht gänzlich außen vor lassen.
Nicht jeder ist gewillt, mehrere hundert Euronen für ein Programm auszugeben - zumindest solange es Alternativen im Low-Cost- oder gar im Freeware-Bereich gibt.
Im Laufe meines Lebens habe ich mich durch verschiedenste Notationsprogramme geackert; capella war ganz lange mein ungeschlagener Favorit. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich im weiter oben angesprochenen Segment des Chornotenschreibers befinde und von daher keine besonders aufwändigen Features benötige.
Gelernt habe ich aber, dass man in so gut wie jedem Programm irgendwann an den Punkt kommt, wo kreatives Denken gefragt ist, sprich: Wie kann ich das intendierte Notenbild (ggf. auch einen kniffligen Spezialfall) mit den bordeigenen Mitteln meiner Software am besten hinbekommen?
Wenn man bereit ist, manuell nachzuarbeiten, geht mit capella sehr, sehr viel. Allerdings auch mit MuseScore und selbstverständlich auch mit PriMus (für mich immer noch ein Newcomer, auch wenn es bereits seit Jahren auf dem Markt ist). Für meine Anforderungen gänzlich ungeeignet waren die altbekannten Platzhirsche Finale und Sibelius, die ich als Demoversionen mehrfach ausprobiert hatte. Irgendwie wurden wir keine Freunde. Lachen

Viel hängt auch von den persönlichen Präferenzen beim Arbeiten ab: Bevorzuge ich Maus oder Keyboard? Möchte ich mich eher durch Dialogboxen hangeln oder möglichst nahe an Papier und Bleistift bleiben.
Dies sind nur einige wenige Fragen, die die Wahl des geeigneten Notensatzprogrammes nicht unwesentlich beeinflussen.
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MaxK
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« Antworten #16 am: 27. Januar 2018, 12:58:22 »

PriMus (für mich immer noch ein Newcomer, auch wenn es bereits seit Jahren auf dem Markt ist)

Ich habe mir gerade bei Wikipedia die Seite "Liste von Notensatzprogrammen" angesehen. Es gibt da ja eine geradezu erdrückende Anzahl von Programmen. Das erstaunt umso mehr, als die Anwendergemeinde, die Interesse an solchen Programmen hat und diese auch erwirbt und einsetzt, doch relativ klein sein dürfte. Und trotzdem werden immer wieder weitere Notesatzprogramme aus der Taufe gehoben.

Ich habe in den letzten Tagen etwas mit der Demoversion von PriMus herumgespielt. Das ist für mich auch so ein Kandidat. Ein Ein-Mann-Betrieb kommt auf die Idee, ein komplett neues Notensatzprogramm zu entwickeln, obwohl der doch relativ kleine Markt hierfür bereits mit entsprechenden Programmen gesättigt zu sein scheint. Was treibt einen Menschen da an? Der kommerzielle Erfolg wohl kaum, denn reich werden dürfte Christof Schardt, der Entwickler und gleichzeitige Chef des Ein-Mann-/Familienunternehmens Columbus Soft damit sicherlich nicht. Es kann eigentlich nur der (anmaßende?) Gedanke dahinterstecken, ein Porgramm zu kreieren, das besser und umfangreicher ist, als alle anderen bereits existierenden Programme (die sich allerdings auch weiterentwickeln). Wenn dem so wäre, müsste PriMus einen rakentenhaften Erfolg haben und alle anderen Programme würden an Bedeutung verlieren. Dem ist aber offensichtlich nicht so. PriMus dürfte allenfalls ein Nischendasein führen, zumindest wenn man es auf dem Weltmarkt betrachtet. Also, was ist das Herausstellungsmerkmal von PriMus gegenüber Finale, Sibelius, Capella, MuseScore und Co.? Immerhin hat es PriMus in diesem Forum zu einem eigenen Unterforum geschafft!

Und schließlich: Was passiert mit einem Programm wie PriMus, wenn der einzig Zuständige/Kompetente/Fachkundige/Entwickler/Chef plötzlich nicht mehr kann oder nicht mehr will oder seine Ein-Mann-Firma Konkurs anmelden muss. Die Liste der obsoleten Programme auf der oben zitierten Wikipedia-Seite kann ein Lied davon singen. Und ich wäre wieder auf der Suche nach einem neuen Programm. Also doch lieber bei dem bleiben, was man kennt, und die Entwickler/Firmenleitungen immer wieder mit Verbesserungsvorschlägen und Mängelbeseitigungsaufforderungen nerven!(?)
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Klaus
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« Antworten #17 am: 27. Januar 2018, 16:31:33 »

Zu deiner Grundsatzinfragestellung von PriMus kann ich nur sagen:
Mit keinem anderen Programm, das ich je getestet habe, kam ich so schnell und auf so intuitivem Weg zum gewünschten Druckbild wie mit PriMus. Wenn du mir Finale oder Sibelius schenken würdest: Ich würde dankend ablehnen und stattdessen bei PriMus bleiben.
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MaxK
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« Antworten #18 am: 27. Januar 2018, 18:58:22 »

Mit keinem anderen Programm, das ich je getestet habe, kam ich so schnell und auf so intuitivem Weg zum gewünschten Druckbild wie mit PriMus.

Womit wir wieder beim alten Thema wären. Für Dich ist anscheinend das Druckbild sehr wichtig, während für mich das "Arbeiten" mit dem Notenmaterial innerhalb des Programms im Vordergund steht, da ich meistens Wochen oder gar Monate lang an einem Stück herumfeile, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Eine Anekdote möchte ich unserer Diskussion an dieser Stelle noch beifügen:
Ich habe heute beim Herumstöbern in alten Dateien eine Tabelle aus dem Jahre 1999 entdeckt, in der ich alle zum damaligen Zeitpunkt auf dem Markt befindlichen Notensatzprogramme unter Windos 95/98 einschl. Hersteller/Anbieter und Preis aufgelistet hatte. Die Tabelle hatte ich ausschließlich für mich selbst gemacht, um die Übersicht bei meiner Suche nach dem richtigen Programm zu behalten.
Angeboten wurden damals (in alphabetischer Reihenfolge):
Cakewalk Overture/ScoreWriter, Capella 2000/1000/bhv-Edition, Cubase VST Score, Encore/MusicTime, Finale 98/Allegro98/PrintMusic, Igor, Lime, Magix Notation, Melody/Harmony Assistant, MusEdit, Music Ease, NoteWorthy Composer, Opus, Personal Composer 44/16/8, Quick Score Elite, Score Perfect, Sheet Music, Sibelius, Smart Score, Toccata Professional/Standard/Light.
Da kann jeder von Euch mal selbst überprüfen, welche dieser Programme warum überlebt haben und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.
Finale 98 kostete damals 1198,-- DM und für Sibelius waren sogar 1399,-- DM fällig. Mein Einsteiger-Programm Capella in der abgespeckten bhv-Edition kostete dagegen gerade mal 29,80 DM!
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Klaus
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« Antworten #19 am: 27. Januar 2018, 21:41:16 »

Ich kenne fast alle dieser Programme, manches gibt es sogar noch, z.B. die Freeware Lime.
Mein Einstieg in die Welt des Notensatzes war capella bhv-Edition. Was mit diesem günstigen Programm ging, war schon erstaunlich.
Es folgten Encore, Finale Allegro, capella 2, Noteworthy Composer, Mozart, Finale Notepad, Toccata, Notensatz Genie (eine abgespeckte Version von Encore), Magix Notation (furchtbar!), capella 3, Score Perfect, PriMus, MuseScore.
Sibelius und Igor testete ich als Demoversionen. Hoffentlich habe ich nichts vergessen.
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« Antworten #20 am: 03. Februar 2018, 11:48:47 »


Eine Anekdote möchte ich unserer Diskussion an dieser Stelle noch beifügen:
Ich habe heute beim Herumstöbern in alten Dateien eine Tabelle aus dem Jahre 1999 entdeckt, in der ich alle zum damaligen Zeitpunkt auf dem Markt befindlichen Notensatzprogramme unter Windos 95/98 einschl. Hersteller/Anbieter und Preis aufgelistet hatte. Die Tabelle hatte ich ausschließlich für mich selbst gemacht, um die Übersicht bei meiner Suche nach dem richtigen Programm zu behalten.
Angeboten wurden damals (in alphabetischer Reihenfolge):
[...] MusEdit,

MusEdit wurde auch von einer einzigen Person entwickelt, von einem Doug Rogers. MusEdit war speziell für Gitarrenmusik entwickelt, also kein allgemeines Programm für mehrstimmige Chöre oder Orchestermusik des europäischen Bürgertums.

Hier in diesem Forum gibt es einen kurzen Thread dazu "MusEdit wird Open-Source" vom Februar 2011. Der Autor Doug Rogers hat im Jahr 2011 auf seiner Asien-Tour  in Vietnam irgenwas oder -wen gefunden, wonach er sich in Vietnam niederlassen wollte.

Aus dem Open Source ist nichts geworden. Ich hab damals dann diese Yahoo-Liste verfolgt (bin immer auch auf die abonniert, es gibt aber nur noch sehr selten Mails darüber (die jüngste ist immerhin vom 13.12.2017, aber zwischen dem 28.1.2016 und dem 10.3.17 keine; die Liste hat aber noch 567 Abonennten). 

Ich erinnere mich, daß irgendwer dringend den Kontakt zum Autor suchte, und fand. Ich vermutete, daß dieser Jemand die Rechte an irgendeiner in MusEdit verwendeten Komponente hatte, und dem Autor wohl energisch bedeutet hatte, daß er diese Komponenten nicht als "Open Source" veröffentlichen dürfe.

Open Source ist es nicht geworden. Abandonware ist es geworden.

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acco-boy
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« Antworten #21 am: 03. Februar 2018, 15:00:09 »

Mit keinem anderen Programm, das ich je getestet habe, kam ich so schnell und auf so intuitivem Weg zum gewünschten Druckbild wie mit PriMus.

Womit wir wieder beim alten Thema wären. Für Dich ist anscheinend das Druckbild sehr wichtig, während für mich das "Arbeiten" mit dem Notenmaterial innerhalb des Programms im Vordergund steht, da ich meistens Wochen oder gar Monate lang an einem Stück herumfeile, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
Wieder einmal eine interessante Diskussion zu einem altbekannten Thema.
@MaxK
Jeder wird wohl irgendwann einen Ausdruck anfertigen wollen (wenn nicht, dann wäre ein Sequenzer wohl geeigneter) und das "Arbeiten mit dem Notenmaterial" ist da die Voraussetzung. Insofern hast du Recht, aber wohl Klaus missverstanden.
Als PriMus-User geht es mir wie Klaus: direktes Arbeiten, der Workflow (zuerst das Notenbild, dann das Layout) und die intuitive Bedienung sind mir das Wichtigste. Und natürlich die Tatsache, mehrere Musikstücke in einer Datei zu halten. Das kann zwar jetzt auch Dorico, doch das ist teurer und die Demo war nicht gerade ein Aha-Erlebnis.
Apropos Demos: Meine Liste ist zwar nicht ganz so lang wie die von Klaus, aber Finale, Sibelius, Forte, Capella, Cubase und noch einige andere stehen da auch drauf.
Es war und ist aber wie immer: hat man sich einmal eingearbeitet, wechselt man nur sehr ungern. Ich habe das nur einmal getan (von Score Perfect zu PriMus) und habe es nicht bereut, ganz im Gegenteil. Und hier komme ich abschließend zum Thema "Ein-Mann-Betrieb": Score Perfect wird zwar nach dem Tod des Programmierers nicht mehr weiterentwickelt, funktioniert aber für viele Zwecke immer noch.
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Gruß Günter
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Musik: Notensatz (generell) und Akkordeon (von Solo bis Orchester und von E- bis U-Musik)
Klaus
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« Antworten #22 am: 03. Februar 2018, 20:12:42 »

@MaxK
Der gute hat sich nach meinem Ruf back to topic aus dem Forum löschen lassen. Lachen

Apropos Score Perfect: PriMus war doch dazumals dezidiert als Nachfolgeprogramm angetreten. Und auch wenn es eine Neuentwicklung ist, so sieht man an der Toolbox immer noch eine gewisse Verwandtschaft mit dem alten Score Perfect.
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