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Autor Thema: Vergleich von Notensatzprogrammen  (Gelesen 5768 mal)
chp
Novize
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« am: 28. Mai 2010, 12:09:09 »

Hallo,
ich suche nach einem Notensatzprogramm, habe in den letzten Tagen diverse getestet, bin dabei auf dieses Forum gestoßen worden und habe jetzt folgende Fragen:

Finale (PrintMusic):
- Finde ich vom midi-Import und vom Notensatz bzw. der Bedienung her gar nicht so überzeugend.
+ Die Möglichkeit, Scans einzulese, ist allerdings prima.
? Frage zu Finale: Was mich irritiert: Ich habe keine Möglichkeit gefunden Notensysteme zusammenzufassen, beispielsweise aus einem auf 4 Systemen notierten vierstimmigen Chorsatz einen Orgelsatz mit 2 Systemen zu machen. Mache ich etwas falsch? Kann man entsprechend polyphone Systeme mit 2 oder mehr Stimmen auf verschiedene Systeme aufteilen?

Forte und Forte ScanLight:
- Notensatz fand ich für meine Zwecke nicht so überzeugend.
- midi-Import mit Macken.
+ Noteneingabe über die Tastatur möglich.
? Frage: Schnittstelle zu Scanner konnte ich nicht beurteilen, weil in den Testversionen keine Übergabe von ScanLight zu Forte-Notensatz möglich ist. Weiß jemand mehr?

PriMus (Classic):
+ Überzeugender Notensatz für meine Zwecke.
+ Sehr Überzeugender midi-Import.
- Keine Noteneingabe über die Tastatur.
- Keine Schnittstelle zu Scanner.

Score Perfect:
+ Überzeugender Notensatz für meine Zwecke.
+ Überzeugender midi-Import.
+ Noteneingabe über die Tastatur möglich.
- Keine Schnittstelle zu Scanner.

?Frage zu PriMus und ScorePerfect: Hier im Forum wird ja anscheinend PriMus favorisiert. Im Vergleich schien mir Score Perfect 5.2 ziemlich gleich leistungsfähig, allerdings kann man nur mit Score Perfect Stimmen über die Tastatur eingeben, was beim Abschreiben oft einfach schneller geht (bisher habe ich Lilypond verwendet). Übersehe ich Vorteile von PriMus oder welche Gründe hat die Bevorzugung und anscheinend größere Verbreitung dieser Software?

Meine Überlegung bisher: PriMus oder Score Perfect + Forte ScanLight, wenn dieses etwas taugt, was ich aber nicht einschätzen kann.
Ich fotographiere manchmal Orgel-Notensätze und spiele von den Ausdrucken. Finale konnte Probeseiten auf Anhieb gut lesen, was natürlich auch prima wäre. Andererseits: Bei schlechter Qualität der Vorlage liefert  das Programm auch ein schlechtes Ergebnis, bei guter Vorlage kann ich aber auchdirekt vom Ausdruck spielen...

Danke und beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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« Antworten #1 am: 28. Mai 2010, 19:14:09 »

Hallo Christoph,
hast Du auch capella 7 ausprobiert?
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chp
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« Antworten #2 am: 29. Mai 2010, 11:24:50 »

Hallo,

Zitat von: "W.D. Ebeling"
hast Du auch capella 7 ausprobiert?


ja, allerdings fand ich die Bedienung weniger intuitiv als bei PriMus oder Score Perfect, der midi-Import war nicht optimal und schien generell mehr Nachbearbeiung zu erfordern und vor allem das Zusammenziehen der Stimmen von 2 Notensystemen habe ich nicht geschaft. Das ist für mich wichtig, um einzeln gesetzte Stimmen eines Chorsatzes schnell in einen Klavier/Orgelsatz zu verwandeln und umgekehrt.

Was die Eingabe von Stimmen per Tastatur angeht: Zuerst war ich da von Capella ganz angetan, allerdings gefällt mit das Konzept von Score Perfect (Tasten q bis i stellen die Ganztöne, 2, 3, 5 bis 7 die Halbtöne dar) fast noch besser.

Groß sind die Unterschiede ja nicht. Wenn ich blind hineingriffe, hätte ich auf alle Fälle eine brauchbare Lösung.

Wichtiges Argument ist natürlich auch die Programmpflege durch den Autor. Capella, PriMus (Classic) und Score Perfect sind da natürlich als kleinere Projekte eher im Nachteil, weil weniger zukunftssicher für den Kunden. Die Preise sind ja ziemlich ähnlich, nur bei PriMus müsste ich die abgespeckte Version nehmen (mehr als 200 Euro sollen es nicht sein).

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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Christof Schardt
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« Antworten #3 am: 11. Juni 2010, 17:14:09 »

Zitat von: "chp"
Hallo,
ich suche nach einem Notensatzprogramm, habe in den letzten Tagen diverse getestet,


Notensatzprogramme sind letztlich sehr komplex, und mit einem kurzen Antesten wird man nur eine erste Geschmacksauswahl treffen können. Ein echtes Urteil aber braucht eine eingehende Beschäftigung. Oder man vertraut eben dem Urteil erfahren Nutzer, die mit mehreren Programmen längere Zeit gearbeitet haben.

Wer PriMus eingehend testen will, bekommt problemlos eine voll nutzbare Version zum Ausprobieren. Denn ohne Speichermöglichkeit bleibt jeder Test letztlich nur Herumspielerei. Kurze Email reicht.

Was die Tastatureingabe angeht: Nahezu alle PriMus-Anwender kommen von anderen Programmen, haben also gewechselt, weil sie große Vorteile
gegenüber ihren bisherigen Programmen erkennen.
Die bislang fehlende Tastatureingabe wird also durch ein cleveres Mauskonzept ersetzt, das unterm Strich die Arbeit schnell und angenehm direkt macht.
Trotzdem wünschen sich die meisten Wechsler eine Tastatureingabe, um sozusagen das Beste aus beiden Welten zusammen zu haben.

Da die Entwicklung von PriMus maßgeblich von den Wünschen der Anwender bestimmt wird, wird es daher sicherlich in Zumunft auch eine (oder mehrere) Möglichkeit der Tastatureingabe geben.
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Gruß Christof
chp
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« Antworten #4 am: 13. Juni 2010, 16:01:03 »

Hallo,

Zitat von: "Christof Schardt"
[...]Was die Tastatureingabe angeht: Nahezu alle PriMus-Anwender kommen von anderen Programmen, haben also gewechselt, weil sie große Vorteile gegenüber ihren bisherigen Programmen erkennen. Die bislang fehlende Tastatureingabe wird also durch ein cleveres Mauskonzept ersetzt, das unterm Strich die Arbeit schnell und angenehm direkt macht.
Trotzdem wünschen sich die meisten Wechsler eine Tastatureingabe, um sozusagen das Beste aus beiden Welten zusammen zu haben.

Da die Entwicklung von PriMus maßgeblich von den Wünschen der Anwender bestimmt wird, wird es daher sicherlich in Zumunft auch eine (oder mehrere) Möglichkeit der Tastatureingabe geben.


die Tastaturangabe ermöglicht eben, die Augen auf der Vorlage geheftet zu halten und die Noten blind einzutippen. Da hilft auch das beste Maus-Konzept nichts.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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Klaus
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« Antworten #5 am: 13. Juni 2010, 17:54:24 »

Da möchte ich chp ungeteilt Recht geben.
Obwohl ich PriMus wirklich schätze und gerne verwende: Die komfortable Tastatur-Eingabe, wie es sie in capella gibt, fehlt mir nach wie vor sehr.

Daher höre ich mit Interesse, wenn Herr Schardt davon spricht, dass dieses Feature in der einen oder anderen Form noch kommen wird!  Dafür
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Programme: MuseScore, PriMus Publisher; Betriebssystem: Windows 10 Home 64 Bit
Interessen: Kirchenmusik, Orgel [http://www.sakralorgelforum.de], Chor, Notensatz im Allgemeinen
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« Antworten #6 am: 13. Juni 2010, 20:29:13 »

Zitat von: "Klaus"
Die komfortable Tastatur-Eingabe, wie es sie in capella gibt, fehlt mir nach wie vor sehr.

Daher höre ich mit Interesse, wenn Herr Schardt davon spricht, dass dieses Feature in der einen oder anderen Form noch kommen wird!  

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« Antworten #7 am: 22. Juni 2010, 16:55:33 »

Klar muss bei PriMus eine Möglichkeit der Tastatur-Eingabe längerfristig kommen!! Aber solange dies nicht der Fall ist, empfehle ich folgendes:  

In PriMus können Noten Step by Step per MIDI-Keyboard (Noten) + Tastatur (Notenwert) eingegeben werden. Das geht ebenfalls blind für Menschen, die ein bischen Klavier gelernt haben. Zwinker

PriMus Classic kann für seinen Preis enorm viel. Du sparst im Vergleich zu anderen Produkten 100 Euro oder mehr und hast das intuitivere Programm...

Ich rate dir also:

Hol dir PriMus Classic und kauf noch ein Masterkeyboard (2-4 Oktaven) dazu. So ein Keyboard kriegt man für 45 Euro... [http://www.thomann.de/de/evolution_playplanet.htm] auch schon günstiger, wenn man sucht.

Nimmt kaum Platz weg auf dem Schreibtisch und funtioniert via USB per Plug& Play. Also null Ärger. Zwinker  

Grüße,
Carsten
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Grüße, Carsten
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« Antworten #8 am: 04. Juli 2010, 11:39:32 »

Hallo,

vielen Dank für die Hinweise. Ich habe seit meiner Frage das Forum mitgelesen, um mir einen Eindruck zu verschaffen, Testversionen installiert, verschiedenes ausprobiert.

Letztlich habe ich mich nun für Score Perfect entschieden. Das Program leistete zunächst alles was ich unittelbar brauche und erscheint benutzer/bedienerfreundlich. Dabei habe ich die Diskussionen hier im Forum verfolgt, besonders auch den Faden zum Vergleich von PriMus und Capella und dann Score Perfect daraufhin kritisch angesehen. Einzig eine Funktion zum Lesen von pdf-Dateien oder Grafik-Dateien hat Score Perfect nicht, das macht in meinem Fall aber doch nichts, weil ich inzwischen weiß, das eine gute Bekannte eine Finale-Version hat, mit der das möglich ist und die mir ggf. die gelegentliche Verarbeitung eines Scans oder einer pdf-Datei erledigen würde.
 
Was mir bei Score Perfect kritisch erschien, ist die Frage der Programmpflege und Verbreitung und damit der Unterstützung im Problemfall. Allerdings hat der Support, übrigens genau wie der von anderen Produkten auch, schnell und kompetent reagiert. Vorteil von Capella ist sicher auch die große Verbreitung, aber eigentlich habe ich noch nie eine Notensatz-Datei jemanden anderen zukommen lassen. Und davon abgesehen, geht der Austausch via xml-Format wohl auf alle Fälle ohne größere Probleme.

Sehr freundlich fand ich übrigens auch die Angebote von PriMus (Vollversion zum Testen wäre möglich gewesen) und Finale (machten von sich aus wohl aufgrund meiner Email-Adresse auf die Möglichkeit einer Schullizenz aufmerksam).

Meine Entscheidung befördert hat dann das derzeitige Sonderangebot von Score Perfect 5.2 (Professional-Vollversion für 98 Euro), das bis 11.7.10 läuft. Viel falschmachen (schreibt sich das heutzutage jetzt groß, auseinander?) kann ich damit wohl nicht.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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« Antworten #9 am: 13. Juli 2010, 12:46:28 »

Ich möchte auf ein weiteres Programm hinweisen:

Octava
+ flexibler Notensatz  
+ midi-Import.
+ Noteneingabe über die Tastatur möglich.

Ich habe bisher Octava Light verwendet, kostet ca. 40EUR, bis zu 4 Stimmzeilen pro Partitur,und bin vor ein paar Wochen umgestiegen auf Octava SD 10, bis zu 10Zeilen. Upgrade habe ich für ca. 75 EUR bekommen. Damit ist dies für mich vom Preis-Leistungs-Verhältnis eines der besten Programme.
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Klaus
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« Antworten #10 am: 13. Juli 2010, 17:03:59 »

Leider wirkt schon die Homepage von Octava - http://www.obtiv.de wie ein Relikt aus alten Tagen. Ein zeitgemäßes Design würde in mir mehr Zutrauen zu dieser Software wecken. Verwirrt
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« Antworten #11 am: 13. Juli 2010, 18:16:44 »

Hallo Klaus,

ich habe mich eben mal ein wenig auf der Website umgeschaut und gelesen. Ok, die Website bekommt ganz sicherlich nicht den ersten Preis für die Gestaltung, da stimme ich dir vorbehaltlos zu. Was ich da aber über das Programm lese, klingt gar nicht mal so schlecht. Das eine oder andere würde ich mir durchaus auch in Capella wünschen.
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Klaus
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« Antworten #12 am: 13. Juli 2010, 21:47:34 »

Und ich habe gerade gesehen, dass es auch http://obtiv.com/index.html gibt; und diese Website wirkt durchaus "heutig".
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« Antworten #13 am: 17. Juli 2010, 10:38:01 »

Hab mir mal die Demo runtergeladen, das erinnert ganz stark an Capella 2.2
Gruß
Wolf Dieter
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« Antworten #14 am: 17. Juli 2010, 11:10:10 »

Ich habe Octava SD4 auch gerade ausprobiert. Das Programm ist mir nicht sonderlich sympathisch. Optisch wirkt es - genau wie die zuerst angesprochene Homepage - wie ein Fossil.
Die Bildschirmansicht variiert von Zoomstufe zu Zoomstufe. Mal wirken die Musiksymbole breiter, mal enger. Ingesamt wirkt das Schriftbild (am Bildschirm) unsauber und schludrig.
Mit dem Handling des Programms habe ich mich noch nicht befasst.
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