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Autor Thema: Capriccio: Katastrophales Benutzerinterface  (Gelesen 1645 mal)
Anonymous
Gast
« am: 05. Juni 2010, 22:33:56 »

Hallo Herr Koch,

es ist einige Jahre her, das ich Capriccio gekauft habe. Es gibt sehr wenige Programme, mit denen ich weniger zufrieden bin. :sad: Capriccio mag durchaus einige Fähigkeiten haben, aber das Benutzerinterface steht in krassestem Gegensatz zu allem, was unter Windows üblich ist. Simpelste Funktionen sind nicht durchführbar, weil das Programm sich jedweder allgemein üblicher Konvention entzieht. Nicht zum ersten Mal habe ich es heute frustriert aufgegeben, eine MIDI-Datei mit Capriccio zu bearbeiten. Ich finde es außerordentlich bedauerlich, das sich ein potentiell durchaus fähiges Programm, durch ein derartig katastrophales Benutzerinterface disqualifiziert.
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bassklampfe
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« Antworten #1 am: 06. Juni 2010, 08:44:30 »

Zitat von: "grudolph"
Simpelste Funktionen sind nicht durchführbar, weil das Programm sich jedweder allgemein üblicher Konvention entzieht. Nicht zum ersten Mal habe ich es heute frustriert aufgegeben, eine MIDI-Datei mit Capriccio zu bearbeiten.
Meldung Ich unterstütze den Antrag!
Für einige Dinge habe ich mir früher extra eine How-To Liste angelegt, um festzuhalten, wie ich bestimmte Änderungen mit Capriccio mache. Selbst das habe ich inzwischen aufgegeben.  Ich schreibe schneller ein Script, um etwas zu machen als ich brauche, um rauszufinden, wie's in Capriccio geht. Blöd
Die Funktionalität von Capriccio ist sicher riesig. Aber an der Zugänglichkeit muss noch gearbeitet werden angel
Grüße Jørgen
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Soft:PriMusPublisher,CapalleScan8,GuitarPro(1…6),Capella(1…6),Transcribe
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richardkoch
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« Antworten #2 am: 06. Juni 2010, 14:03:34 »

Da sehen Sie mal, wie unterschiedlich die Anwender hier denken. Meistens wird mir bescheinigt, dass capriccio ein sehr intuitives Programm sei, für das man kaum ein Handbuch benötige. Ihre Meldung, die aus einem aktuellen Frust entstanden zu sein scheint - übrigens ohne konkrete Anhaltspunkte zu liefern - ist (ehrlich!) die einzige dieser Art.

LG, RK
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bassklampfe
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« Antworten #3 am: 06. Juni 2010, 14:35:04 »

Hallo, Herr Koch
Zitat von: "richardkoch"
Da sehen Sie mal, wie unterschiedlich die Anwender hier denken.
Ich denke, wer sich mit Capriccio intensiv auseinandersetzt und es regelmäßig benutzt, ist sicherlich zufrieden mit dem WorkFlow. Für den "normalen" Notensatzanwender, die Capriccio nur besitzt/benutzt, um gelegentlich mal eine Midi-Datei anzupassen (bei mir in der Regel, damit der Import dann - hoffentlich - etwas reibungsloser von statten geht), ist die Umstellung auf das etwas andere Konzept eben immer wieder gewöhnungsbedürftig. Das mag vielleicht auch an der Materie an sich liegen - Midi-Dateien sind doch etwas spröder zu handhaben als Noten auf dem (virtuellen) Papier. Und zugegeben, ein besseres Konzept kann ich auch nicht vorschlagen.
Grüße Jørgen
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richardkoch
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« Antworten #4 am: 06. Juni 2010, 15:45:02 »

Klar, wenn man kurz zwischendurch mit einem Programm arbeiten will, das man eigentlich nicht kennt, wird man sich nicht gleich zurechtfinden, sich ärgern und etwas "kastatrophal" finden. Darüber hinaus unterscheiden sich die Konzepte von Notensatzprogrammen und Sequenzern generell.
Ich bin aber gerne bereit, mir Verbesserungsvorschläge bezüglich der Bedienung anzuhören.

Richard Koch
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Anonymous
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« Antworten #5 am: 07. Juni 2010, 13:58:52 »

Hallo Herr Koch,
ein Beispiel ist das globale Ändern der Tempi. Es ist in der Hilfe so nicht zu finden. Auf die Idee, es unter Spuren/transformieren zu finden und dort auch nur durch Zufall, bin ich nicht gekommen. Ich nutze caprio seit der Version 95.
Ich muß aber gestehen, ich lese äußerst ungern Bedienungsanleitungen.
Gruß
WD Ebeling
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« Antworten #6 am: 07. Juni 2010, 20:52:45 »

Hallo Herr Koch,

es ist offensichtlich, das ich einem konkreten Frust Luft verschafft habe. Ich habe mir auch überlegt, ob ich mein Posting veröffentliche und habe mich ganz bewußt dafür entschieden.

Erst kürzlich stand ich vor dem Problem, das Tempo einer MIDI-Datei zu ändern. In der Oberfläche fand ich in den einschlägigen Menüs nichts und die Doku war diesbezüglich auch nicht hilfreich. Dann mußte ich hier im Forum nachfragen. Die dann funktionierende Lösung war alles andere als intuitiv. Ich hätte das ohne Hilfe wahrscheinlich nie gefunden und ggf. notfalls einen Hexeditor zur Hilfe genommen.  Blöd

Aktuell wollte ich im Pianorolleditor ganz simpel eine Note löschen. Üblicherweise würde die rechte Maustaste ein Kontextmenü öffnen. Ok, rechte Maustaste, aber, oops, es öffnet sich ein Fenster "Note on". Um zur Lösung zu kommen, muß ich oben links im Fenster erst auf "Bereich markieren" klicken und dan mit der Maus einen Rahmen um die zu löschende Noten ziehen um dann endlich über "Bearbeiten" "löschen" zum Ziel zu kommen.

Klicke ich im Pianorolleditor auf einen Spaltenkopf, ändert sich die Zoomstufe. Oops? Das ist vollkommen unüblich. Zu erwarten wäre eine Markierung der Spalte.

So zieht sich dieses 'gewöhnungsbedürftige' Bedienkonzept durch das gesamte Programm. Wie Jørgen schrieb, müßte man sich für alles mögliche eine Kurzankleitung selber schreiben, um nicht an diesem ungewöhnlichen Bedienkonzept an den einfachsten Dingen zu scheitern. Dabei gehöre ich durchaus zur Computer affinen Spezies Mensch. Beruflich kümmere ich mich um Nameservices, Firewall und Netzwerkkonzepte einen großen deutschen Kommune und habe meine ersten Brötchen vor vielen Jahren im PC Benutzerservice verdient. Bei Capriccio versagt aber meine gesamte langjährige Erfahrung.

Sie schrieben:

Zitat
Darüber hinaus unterscheiden sich die Konzepte von Notensatzprogrammen und Sequenzern generell.


Das kann ich so nicht stehen lassen. Unkonventionell zu sein ist bei Software nicht schick und so wenig ich ein Fan von Microsoft und Windows bin, so sehr bin ich ein Fan davon, sich bei Programmen an übliche Bedienkonventionen zu halten. Auch ein Sequenzer sollte sich an die üblichen Konventionen halten.

Nichts für ungut, aber vielleicht hilft mein Beitrag ja auf Dauer dem einen oder anderen Anwender von Capriccio.

Nachtrag: Ironie am Rande; Auslöser meines Postings war die Bearbeitung eines Stückes mit dem Titel "Die verlorenen Jahre" ...  :wink:
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richardkoch
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« Antworten #7 am: 10. Juni 2010, 13:43:57 »

Was bei vielen anderen Programmen üblich ist, muss nicht für JEDES Programm praktikabel sein.
Was würde es bringen, wenn ich durch einen Klick auf den Spaltenkopf die Spalte markieren würde? Ich müsste zusätzlich noch eine andere Markierungsmethode implementieren, die es erlaubt, auch einzelne Noten zu markieren; denn selten will man alle Noten, die in einer Spalte stehen, bearbeiten. Zudem fiele die Funktionalität des Spaltenkopfes weg und ich müsste eine weit komplizierte Handhabung der Zeilenhöhe vorsehen.

Auch in einer Textverarbeitung muss man einen Textabschnitt markieren und kann ihn dann erst löschen. In einem Grafikprogramm muss man das Markierungswerkzeug auswählen, bevor man markieren kann.

Klar könnte sich ein Kontextmenü öffnen, wenn man die rechte Maustaste über einer Note klickt. Darin könnte stehen: Notenlänge bearbeiten, Einsatz bearbeiten, Tönhöhe ändern etc. So öffne ich gleich den Dialog, mit dem man alle diese Parameter bearbeiten kann.

Ich könnte also die Benutzerführung für Anwender, die nur wenig mit dem Programm arbeiten, auf "übliche" Standards setzen und damit die Handhabung für jene, die oft damit arbeiten, erschweren, die mir genau das vorwerfen werden...

LG, Richard Koch
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« Antworten #8 am: 27. Oktober 2010, 10:27:58 »

Jetzt saß ich wieder vor dem Problem der globalen Tempoanhebung und mußte doch wieder hier im Forum nachlesen wie es geht. Im Handbuch ist es nicht zu finden.
Gruß
WD Ebeling
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richardkoch
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« Antworten #9 am: 27. Oktober 2010, 13:18:24 »

Herr Ebeling hat hier Recht. Die Möglichkeit, das Tempo im Dialog "Transformieren" zu ändern, wird nirgends ausdrücklich erwähnt. Ich werde das beim nächsten Stepup ergänzen.

Richard Koch
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« Antworten #10 am: 27. Oktober 2010, 13:40:12 »

Naja, ich kann mir selbst und auch allen anderen nahelegen, das Handbuch genau zu lesen. Das habe ich nun getan und festgestellt, dass sehr wohl im Kapitel "Transformieren" auf Tempoänderungen hingewiesen wird. Mit einer Textsuche im PDF-Dokument kann man diese Stelle finden. Zu ergänzen wäre jetzt nur ein Eintrag im Stichwortverzeichnis.

Richard Koch
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« Antworten #11 am: 27. Oktober 2010, 13:50:11 »

Herr Koch,
in all meinen Beiträgen versuche ich Ihnen nahezulegen, dass Programme, wenn sie erfolgreich sein wollen, auch für den Laien bedienbar sein müssen.
Gruß
WD Ebeling
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« Antworten #12 am: 27. Oktober 2010, 18:05:04 »

Zitat von: "W.D. Ebeling"
(...)Programme, wenn sie erfolgreich sein wollen, auch für den Laien bedienbar sein müssen.

Vollste Zustimmung.
Langfristig habe ich mich noch von jedem Programm getrennt, dass meiner Idee von Benutzerfreundlichkeit nicht entsprach. Und ich fand bisher stets eine passende Alternative.
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Programme: MuseScore, PriMus Publisher; Betriebssystem: Windows 10 Home 64 Bit
Interessen: Kirchenmusik, Orgel [http://www.sakralorgelforum.de], Chor, Notensatz im Allgemeinen
richardkoch
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« Antworten #13 am: 28. Oktober 2010, 12:46:02 »

Die ursprüngliche Kritik von Herrn Ebeling war doch aber, dass sich eine Sache nicht im Handbuch finden ließ. Erstens fand es sich doch dort und zweitens hat das nichts mit der Benutzerfreundlichkeit zu tun.

FG, Richard Koch
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Gast
« Antworten #14 am: 29. Oktober 2010, 16:29:32 »

Herr Koch,
Sie selber schrieben dazu:
Zitat
Herr Ebeling hat hier Recht. Die Möglichkeit, das Tempo im Dialog "Transformieren" zu ändern, wird nirgends ausdrücklich erwähnt. Ich werde das beim nächsten Stepup ergänzen.

Richard Koch


Das heißt doch, auch der Entwickler hat es nicht gleich gefunden.
Gruß
WD Ebeling
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