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Autor Thema: Allgemeine Vorgaben  (Gelesen 1320 mal)
dasoe
Novize
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« am: 06. September 2010, 17:24:34 »

Hallo,

Ich bin Christian, ganz neu in der Liste, versuche mich recht grundlegend schlau zu machen und hoffe Ihr könnt mir helfen:
Ein Bekannter plant eine kleine Noten-Reihe herauszubringen. Er hat mehrere Komponisten, die Ihre Noten selbst setzen sollen. Natürlich gibt es dann mehrere Durchläufe, aber um von Anfang an ein einigermaßen einheitliches Notenbild zu bekommen, möchte ich so viele Parameter wie möglich vorgeben. Da meine Erfahrung mit Notensatz am Rechner recht begrenzt ist, wollte ich fragen, was Ihr für sinnvoll haltet. Besonders wichtig ist es auch, dass die Vorgaben für verschiedene Programme einstell- und umsetzbar sind.

Bisher denke ich an folgendes:

Notensystem
- Höhe ein Notensytem
- Breite Notensystem
- Strichstärke Notenlinien
- Mindestabstand zwischen den Systemen

Satzspiegel
- Abstand oben bis erste Notenzeile
- Abstand unten bis letzte Notenzeile
- Breite der Systeme
- Mindestabstand zwischen Akkoladen. Tatsächlicher Abstand ergibt sich.

Notation
- Taktabstand Anfang/Ende
- Haltebogen Versatz senkrecht und Padding waagrecht
- Balkenneigung bei zusammengesetzten Noten

Bei folgenden Dingen brauche ich erstmal Hilfe:
- Zur Sicherheit: kann man diese Dinge in den üblichen Programmen alle festlegen?
- Was würdet Ihr noch vorschlagen festzulegen?
- Wie notiert man die Notenhalslänge bei den verschiedenen Programmen? (Welche Einheit?)
- Macht es Sinn einen Noten-Zeichensatz einzusetze, also gibt es welche, die programmübergreifend funktionieren (vielleicht sogar systemübergreifend, sprich auch auf Mac/Linux)?
- Werden Haltebögen, Crescendi usw. auch von einem Noten-Zeischensatz festgelegt oder muss man die ebenfalls definieren?

Danke für jeden Hinweis. Ich sammle - auch Anmerkungen nur zu einzelnen Programmen sind sehr willkommen.

viele Grüße!
das oe
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Klaus
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« Antworten #1 am: 06. September 2010, 18:38:10 »

Anspruchsvolle Frage!
Gegenfrage: Sollen die Komponisten alle dasselbe Notationsprogramm verwenden?
Falls nein, halte ich ein einheitliches Layout für ausgeschlossen.
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Programme: MuseScore, PriMus Publisher; Betriebssystem: Windows 10 Home 64 Bit
Interessen: Kirchenmusik, Orgel [http://www.sakralorgelforum.de], Chor, Notensatz im Allgemeinen
dasoe
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« Antworten #2 am: 06. September 2010, 20:23:00 »

Wow bist Du schnell!

Die Komponisten können nicht alle das selbe Programm verwenden. Dass das Layout so wirklich einheitlich wird ist natürlich nicht möglich, das ist mir klar. Ich versuche nur (die Vorgaben sind leider unverrückbar) eine Art Schadensbegrenzung: So einheitlich wie möglich durch ein paar Vorgaben, an die sich alle halten können.

Besser gehts nicht, aber was verbessern (im Gegensatz zu gar keinen Vorgaben) können wir sicher!

viele Grüße
das oe
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Klaus
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« Antworten #3 am: 06. September 2010, 21:08:04 »

Hm, dann wird es sehr schwierig. Meist sind Notenfont, Linienbreite usw. aufeinander abgestimmt, sodass einseitige Änderungen zu schiefer Optik führen.
Was meinst du mit Breite der Systeme? Die "Dichte" der Noten pro Zeile? Das sollte in jedem halbwegs brauchbaren Programm regulierbar sein.

Normalerweise verwendet jedes Notationsprogramm seinen eigenen Notenfont. Einige höherpreisige Programme kommen meines Wissens mit den Notenfonts anderer Programme klar... oder können zumindest mit einigem Aufwand soweit gebracht werden, fremde Notenfonts zu verwenden. Ich denke da jetzt besonders an Finale und Sibelius.
capella, PriMus, Score Perfect, Encore, Noteworthy Composer verwenden ausschließlich die jeweils eigenen Notenfonts ? und die sehen mitunter beträchtlich unterschiedlich aus. Und nicht alle dieser Programme bringen die Möglichkeit mit, die Breite von Noten- oder Taktlinien zu beeinflussen.

Sorry, dass ich deshalb nochmals nachhake: Ich denke, ein Layouter, der sich aller Musikstücke annimmt und sie einheitlich layoutet, wird mehr Freude machen als ein bunter Stilmischmasch.
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Programme: MuseScore, PriMus Publisher; Betriebssystem: Windows 10 Home 64 Bit
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dasoe
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« Antworten #4 am: 06. September 2010, 23:06:36 »

Hi Klaus,

ich sehe das genau so wie Du, halte den Ansatz auch für falsch und habe das auch deutlich gesagt. Das Problem ist wohl, dass der Chef der Meinung ist, ein Layouter ist zu teuer und/oder zu schwierig. Er hat wohl schon ausgiebig nach einem gesucht. Und tatsächlich ist es ja eine Art Versuchs-Projekt, das vielleicht nirgendwohin führt und in das er nicht unendlcih Geld stecken kann. Mein Auftrag war daher: "Vorgaben machen, dass es so einheitlich wie möglich wird. Was nicht geht, geht nicht."

Aber wenn die Vereinheitlichung so schwierig ist, dann vielleicht doch nochmal andersrum:

Wie würdest Du rangehen einen Layouter zu suchen? Machst Du selbst so was, kennst Du jemanden oder ist das Forum ein guter Platz zum suchen? Viel Geld ist wie gesagt sicher erstmal nicht drin und Musikwissenschaft, Musikhochschule und Konservatorium sind schon abgegrast.

und schon jetzt einmal: vielen Dank für Deine Einschätzung!
das oe
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« Antworten #5 am: 07. September 2010, 08:23:02 »

Hallo dasoe!

Wichtig für die Suche eines Layouters ist:
    1. Um welche Größe des Auftrages handelt es sich
    2. Wie werden die Daten geliefert (xml, midi oder pdf)
    3. Welches Ergebnis wird erwartet

Wenn du möchtest kannst du mir gerne diese oben genannten Daten nennen ich mache dir gerne ein Angebot.
Einen Einblick in meine Arbeiten findest du auf meiner Internetseite,
http://www.notensatz-s-fischer.de

Beste Grüße Steffen
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chp
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« Antworten #6 am: 09. September 2010, 21:56:08 »

Hallo,

dass die einzelnen Autoren/Komponisten nach Vorgabe von Layoutpunkten einheitliche Layouts einreichen, kann man vermutlich ziemlich vergessen. Alle meine Erfahrungen im Print-Bereich sprechen dagegen. Ich habe übrigens im Printbereich die Erfahrung gemacht, dass die Nacharbeit umso größer ist, je mehr Vorgaben man macht bzw. je mehr die Autoren an ihren Texten herumformatieren. Möglichst nackter Text ist am einfachsten in das eigene Format zu bringen.

Fazit - bei allerdings verschwindend geringen Erfahrung im Notensatz: Die Autoren sollten xml-Dateien liefern, das können die meisten Notensatzprogramme, möglichst einfacher Satz. Die ganze Formatiererei kann man dann sicher rasch hinbekommen, wenn man selbst ein gutes Programm hat und eingearbeitet ist.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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