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Autor Thema: MUP  (Gelesen 1234 mal)
PeterW
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MUP
« am: 08. Dezember 2010, 12:10:40 »

Da Klaus in diesem Thread einmal auf das Notensatzprogramm MUP Bezug genommen hat, möchte ich es hier einmal kurz vorstellen.
Ich verwende es seit 1999 (ver. 2.5, inzwischen sind wir bei ver. 5.7) regelmäßig, ohne daß ich jemals den Wunsch nach einem anderen Programmen verspürt hätte, weil es eine typographisch perfekte Ausgabe erzeugt, die im Ergebnis klassischem Notenstich kaum nachstseht.
MUP arbeitet textbasiert (also kein nerviger Mausbetrieb) und gibt Postscript- und MIDI-Dateien (schön zum "Tippfehlerkorrekturhören") aus. Die Kompilierung erfolgt sehr schnell.
Es gibt auch die Oberfläche MUPMATE, die sämtliche Funktionen unter einer Oberfläche anbietet.

Auch im Icking-Archiv, das ursprünglich MusixTeX- (einschliesslich seiner Präprozessoren PMX, M-Tx) betont war, ist es zunehmend vertreten.
MUP ist als Shareware für $ 29,- bei http://www.arkkra.com nebst umfangreicher Dokumentation für Linux, Windows, MAC-OS u. a. Betriebssysteme erhältlich. Auch der Quellcode zum Selbstcompilieren kann heruntergeladen werden. Unregistriert ist es zum Testen voll und ohne Einschränkung funktionionsfähig, nur erscheint ein Wasserzeichenhinterdruck.

Einlesen in die Doku kann man sich HIER (Tenöre können dazu auch translate.google.de verwenden).

Fragen beantworte ich gern.
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PeterW
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MUP
« Antworten #1 am: 20. Dezember 2010, 10:08:55 »

86 Zugriffe - und keine Fragen?
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Anonymous
Gast
MUP
« Antworten #2 am: 14. Januar 2011, 20:17:47 »

Hallo Peter,

doch noch eine späte Antwort: Es mag daran liegen, das es das ebenfalls textorientierte aber freie Notensatzprogramm LilyPond gibt, das außerordentlich mächtig ist. Ich kann mir kaum vorstellen, das jemand, der eine Affinität hat, Noten auf diese Art zu setzen, auf ein kostenpflichtiges Nischen-Programm wie "MUP" zurückgreifen wird. Eine 'typographisch perfekte Ausgabe' reklamieren einige Programme für sich. Ganz vorne steht dabei Latex. Ein krasses Beispiel für einen schlechten Textsatz war übrigens ausgerechnet die Dokumentation von Latex, die ich vor vielen Jahren gesehen hatte. Die Software alleine erzeugt also beileibe noch keinen guten Satz. Wir hatten das Thema gerade erst in einem anderen Thread. Es ist immer das Wissen, Können und die Erfahrung des Setzers gefragt. Das gilt für Latex, MUP und LilyPond aber auch für graphisch orientierte Programme wie Capella oder PriMus.

"MUP" scheint mir von der Idee her ein kleiner Ableger von LilyPond zu sein. Letzteres hat aber eine große, unterstützende Community und kann sich durchaus zu einem der Standards des Notensatzes rechnen.
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PeterW
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MUP
« Antworten #3 am: 14. Januar 2011, 23:39:31 »

Hallo Grundolph,

das sind ja nun einige Baustellen, die ich nach Deiner komplexen Bemerkung abarbeiten muß. Lupe
Zitat von: "grudolph"
[...] textorientierte aber freie Notensatzprogramm LilyPond gibt, das außerordentlich mächtig ist.
LilyPond ist sehr mächtig, stimmt. Seine Syntax ist aber wesentlicher komplizierter als z. B. MUP, auch mnemotechnisch. Die Hauptgründe darüber hinaus, warum ich MUP bevorzuge, sind:
- die MUP-Syntax erfordert m. E. deutlich weniger Lernarbeit;
- MUP wird taktweise ueber alle Stimmen und selbst Texte/Textstrophen hinweg notiert, das empfinde ich als großen Vorteil, weil man auch einmal direkt "aus dem Kopf heraus" setzen kann, was mit LP sehr schwierig bis unmöglich werden kann;
- mit MUP bin ich schnell.
- Die Typographie ist wirklich exzellent, daher wird es auch zuweilen gern von eingefleischten MusixTex-lern verwendet (siehe Icking-Archiv);
- Die "Kostenpflichtigkeit" beläuft sich auf gerade mal 29$ (vor 11 Jahren einmalig bezahlt)
Zitat von: "grudolph"
Eine 'typographisch perfekte Ausgabe' reklamieren einige Programme für sich.
Ja, leider *seufz*
Subjektiv empfinde ich den Zeitgeistgeschmack auch anspruchsloser geworden. Kann jeder sehen, wie er mag...
Zitat von: "grudolph"
Ganz vorne steht dabei Latex. Ein krasses Beispiel für einen schlechten Textsatz war übrigens ausgerechnet die Dokumentation von Latex, die ich vor vielen Jahren gesehen hatte.
Natürlich kann man einen LaTeX-Satz auch "dahinrotzen". Er ist dann auch danach. Oder man kann Parameter mutwillig grob ändern, was auch in vielen Fällen zu keiner korrekten Typographie führt. Mein Verleger (Belletristik) hatte jedenfalls nichts an meinem LaTeX-Satz auszusetzen und hat das resultierende PDF unverändert zur Druckerei gegeben...
Aber LaTeX hat nichts mit Notensatz zu tun, es sei denn, Du meinst MusixTex. Das hingegen, und das gebe ich gern zu, ist mir hardcore zu kompliziert.
Zitat von: "grudolph"
Es ist immer das Wissen, Können und die Erfahrung des Setzers gefragt. Das gilt für Latex, MUP und LilyPond aber auch für graphisch orientierte Programme wie Capella oder PriMus.
Dein erster Satz gehört fett unterstrichen. Schließlich taugt ein Feinmechanikerwerkzeug auch wenig in der Hand eines Grobmotorikers. Smile
Zitat von: "grudolph"
"MUP" scheint mir von der Idee her ein kleiner Ableger von LilyPond zu sein.
Das ist nicht richtig. Beides ist aus separaten Entwicklungswegen hervorgegangen. Auch die Programm-Philosophie unterscheidet sich grundlegend.
Oberflächlich betrachtet, ist beiden nur gemeinsam das Prinzip einer ASCII-Quelltext-Eingabe und der Prozeß des Kompilierens.
Wie ich an Hand der Mailing-Liste unserer MUP-Gemeinde  ersehe, verteilen sich die Anwender dieser Software über den ganzen Globus hinweg, wo mindestens der ASCII-Zeichensatz verwendet wird.
Ich wollt's nur einmal vorgestellt haben. Wenn es hier niemand kennt, kann ich das Thema auch nicht weiter vertiefen.
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