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Autor Thema: Was ist aus "Berlioz" geworden?  (Gelesen 1770 mal)
Cachsten
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« am: 26. April 2011, 17:55:59 »

Speziell in Frankreich benutzte bis vor einigen Jahren so mancher Notensetzer das Programm Berlioz.
Es hatte - wo ich davon hörte - eine gute Reputation und wurde als 'professionelles Tool' eingestuft.
 
Ich habe soeben eine kleine Recherche angestellt, weil man so gar nichts mehr von der Software gehört hatte...
Mit dem Ergebnis: Schon 2009 wurde die Entwicklung vom Programmautor Dominique Montel eingestellt!
In einem französichen Blog für Musik-Printerzeugnisse macht ein ehemaliger und ziemlich frustrierter Nutzer von Berlioz seinem Ärger Luft und moniert, dass die Software jetzt kostenlos zur Verfügung stehen würde. Siehe hier: "Le logiciel Berlioz (gravure musicale) est devenu gratuit!"

Eine schnelle Suche ergibt so gut wie gar NICHTS. Keine gepflegte Webseite, keinen längeren Artikel, noch nicht mal runterladen kann man das Programm, weder als Trial, noch als Freeware... Blöd

Offensichtlich gab es Berlioz immer nur auf Französisch, was dann zum Verhängnis wurde, weil der Kundenkreis zu klein war, bzw. die Konkurrenz von Finale und Sibelius zu groß wurde.
Zumindest ein Statement des Autors oder Ähnliches hätte ich mir beim Suchen erhofft. Weiß jemand von Euch zufällig was über die Software und deren Verbleib? Hat jemand Erfahrungen mit deren Benutzung?  
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Grüße, Carsten
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« Antworten #1 am: 26. April 2011, 18:12:46 »

Nun habe ich doch noch die alte Webpräsenz der Firma gefunden. Das Programm kann man hier kostenlos herunterladen. Von den Beispieldateien bin ich echt baff, die zeigen in der Tat echte Qualitätsarbeit!! Wie bei vielen aufgegebenen Computer-Projekten werden auch hier Softwareentwickler gesucht, die eine Open Source Geschichte daraus machen...

Würde mich jetzt aber trotz eigener Fündigkeit über Statements, Erfahrungen und Gerüchte aus dem Bereich "Berlioz" freuen! Smile
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Klaus
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« Antworten #2 am: 26. April 2011, 21:32:33 »

Danke für den Link.
Ich lade Berlioz gerade runter - auch wenn ich des Französischen nicht mächtig bin.
In welcher Preislage spielte Berlioz eigentlich?
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« Antworten #3 am: 26. April 2011, 21:34:50 »

Irgendwie geschieht nichts, wenn ich auf Setup.exe klicke... Nicht mehr Win-7-tauglich? Verwirrt
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« Antworten #4 am: 27. April 2011, 09:04:40 »

Unter Win7 x64 kommt nur eine Fehlermeldung, dass das Setup nicht x64-fähig ist. Unter x86 könnte man mal den Kompatibilitätsmodus versuchen.

Die Hilfedatei sieht ja schwer nach Windows 3.1 aus...
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Klaus
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« Antworten #5 am: 27. April 2011, 09:42:51 »

Ein antiquarisches Relikt also... :rolleyes:
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« Antworten #6 am: 27. April 2011, 09:48:39 »

Ich habe das mal auf einer VmWare Maschine ausprobiert. Es sind eigentlich 3 Programme für die drei wesentlichen Schritte des Notensatzes:

  • Saisie Erfassen der Noten mit allen Artikulationen und Verzierungen, dabei wird jede Stimme in eine eigene Datei unter dem Satz gespeichert.[/*]
  • Decoupage Zusammenstellen des Seitenlayouts (Partitur und Stimmauszüge), Zeilen- und Seitenumbrüchen.[/*]
  • Gravure Finales erstellen des Notensatzes mit Titelseite, zusätzlichen Texten etc. Hier können nur noch vertikale Abstände korrigiert werden.[/*]
Das ganze sieht sehr "old-fashioned" aus, wie ein WfW-Programm, das gerade noch für W95 fertiggemacht wurde. Ich weiß nicht ob man den Workflow einhalten muss - Ob man noch Noten nachträglich in Saisie korrigieren kann, wenn man schon mit Gravure den Satz erstellt hat, oder ob man dann Decoupage und Gravure von vorne beginnen muss. So weit ging mein Interesse dann doch nicht, das noch auszuprobieren....

Grüße Jørgen
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« Antworten #7 am: 27. April 2011, 09:50:16 »

Zitat von: bassklampfe
So weit ging mein Interesse dann doch nicht, das noch auszuprobieren....
Kann ich gut verstehen. Immerhin gibt es etliche aktuelle Programme, deren Erkundung weit lohnenswerter ist. Smile
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« Antworten #8 am: 27. April 2011, 18:27:31 »

Zitat von: Klaus
In welcher Preislage spielte Berlioz eigentlich?
Im Netz habe ich was von zwischen 2000 und 4000 Franc (~ 300 und 600 €) gelesen, was ja auch schon darauf hindeutet, dass das Programm SEHR alt ist!  Zwinker

@Klaus: Bei mir laufen die drei angesprochenen Teil-Programme unter Win7 ganz gut, allerdings x86. 64-Bit-Unterstützung darf man bei so alten Krücken wohl nicht mehr erwarten! Lachen

Ich war auf das Programm gestoßen, als ich versucht habe, die Liste der Notensatzprogramme in der Wikipedia ein wenig zu aktualisieren...

Das Problem hierbei: Die Liste ist dermaßen immens, dass man leicht die Übersicht verliert. Alte Programme, die nicht mehr weiter gepflegt werden, aus der Liste rauszuschmeißen, geht auch nicht. Erstens fühlen sich dann gleich Leute auf den Schlips getreten und zweitens will man solche Programme ja auch aufgelistet haben als "prägende Ettappen in der Historie der Notensatzprogramme" :church: ... Ich würde dennoch gerne die Liste übersichtlicher gestalten, damit Neulinge die sich über ein Notensatzprogramm informieren wollen dort auch ersehen können, in welcher (Preis-)Liga ein Programm spielt, ob es Open Source ist, ob es überhaupt noch weiter gepflegt wird oder tot ist so wie Berlioz etc.

Im Moment ist die Liste zwar recht komplett und interessant, welches Notensatzprogramm sich aber zum Kauf anbietet, ist daraus nicht ersichtlich. Ich hab da sowas wie in der englischen Wikipedia im Sinn aber mir fehlt im Moment die Ruhe dazu... Die inoffizielle Regel für die Liste: Ein Notensatzprogramm, das dort aufgeführt sein will, muss einen eigenen Hauptatikel in der englischen Wikipedia haben...

Hat jemand vielleicht noch eine Idee, wie man von vornherein in der Liste ersichtlich machen kann, ob das Programm noch gewartet und weiter entwickelt wird? Find ich bei der Bewertung ein echt wichtiges Kriterium!
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« Antworten #9 am: 27. April 2011, 18:33:25 »

@Bassklampfe: Du bist doch auch in der Wikipedia zugegen!? Weißt du vielleicht, warum in der deutschen Wikipedia nicht solche Software-Vergleiche angestellt werden?? http://en.wikipedia.org/wiki/Category:Software_comparisons
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« Antworten #10 am: 27. April 2011, 19:30:19 »

Zitat von: Cachsten
@Bassklampfe: Du bist doch auch in der Wikipedia zugegen!? Weißt du vielleicht, warum in der deutschen Wikipedia nicht solche Software-Vergleiche angestellt werden??
Versuch es doch einfach mal. Du wirst sehen, in der deutschen Wikipedia wird es bestimmt in kürzester Zeit wegen "fehlernder Relevanz" wieder gelöscht. Wenn nicht, hast Du Glück gehabt. Wenn Du dann erstmal auf genügend andere Seiten verweisen kannst und auch hinreichend viele Artikel auf deine Seite verweisen, hat sie vielleicht auch längerfristig Bestand. Also: Ein Versuch schadet nicht, fang doch einfach mal an.

Grüße Jørgen
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« Antworten #11 am: 15. September 2012, 11:06:14 »

Ich habe einen Artikel über dieses "Berlioz" in der französischsprachigen Wikipédia verfaßt, damit es nicht völlig in Vergessenheit gerät.

Das war ein Nebenprodukt von meinem Artikel über "capella" in derselben französischsprachigen Wikipedia.
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